„Medien (be)greifen“: Fachtag am 24. Mai

Der Fachtag „Kinder in der Wissensgesellschaft“ zum Thema „Medien (be)greifen“ fand dieses Jahr am 24. Mai in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) statt.
Die Grußworte hielten Martin Gebrande, Geschäftsführer der BLM und Gabriele Wolfert-Fuchsreiter von der LH München, Referat für Bildung und Sport, Abteilung KITA.

Den Impulsvortrag gestalteten Jutta Baumann, Referatsleiterin Medienpädagogik und Nutzerkompetenz der BLM, und Jutta Schirmacher, Referentin im Bereich Medienkompetenz und Jugendschutz der BLM, zum Thema „Medienpädagogik in der KiTa – Überblick über Herausforderungen und Maßnahmen der BLM“. Die Projekte und Broschüren der BLM für die Zielgruppe Kinder bzw. deren Eltern wurden hier präsentiert. Zu finden sind diese auch online unter: https://www.blm.de/aktivitaeten/medienkompetenz.cfm.

Das FabLab München bietet, neben dem offenen Werkstattbetrieb auch Kurse und Seminare für Kinder und Jugendliche an. Nicol Bobrich-Draxler vom FabLab München gab Einblicke in die Arbeit mit den 3D Druckern, Lasercuttern, Stoffpressen etc. und brachte Ansichtsexemplare der Werke mit. Das Angebot und die Kurse sind zu finden unter: http://www.fablab-muenchen.de/

Die Vorstellung der Facharbeitsgruppe Medienpädagogik fand durch Christine Aumiller, Ann-Kathrin Müller, Petra Heuser, Joe Hensel und Christoph Wolf von der LH München, Referat für Bildung und Sport, statt. Sie erläuterten die Funktion und die Arbeit der Facharbeitsgruppe und die derzeitigen Projekte.

Aus dem „Multimedia-Landschaften für Kinder“-Projektmodul, der Tabletkarawane, stellten Kathrin Grininger und Christine Aumiller, beide Erzieherinnen in Münchner KiTas, ihre durchgeführten Projekte vor. Kathrin Grininger präsentierte einen von Kindern erstellten Videoclip eines Ausflugs, das verfilmte Kasperltheater sowie den Geburtstagskalender. Christine Aumiller hat mit ihren Kindergartenkinder ein „Wer bin ich?“-Rateposter mittels Tablet erstellt und erläutert.

Im Aktiv-Angebot des App-Parcours waren die Teilnehmer*innen gefordert, die einzelnen Apps, Spiele und Kreativstationen zu besuchen. Besonders gut kamen die Stationen an, die von den Kindern des Horts aus der Helmut-Käutner-Straße geleitet und erklärt wurden. Hier konnte man sich beispielsweise an den LittleBits-Elektronikmodulen eigene kleine Roboter bauen, einen Stop Motion Film aufnehmen, die sprechende QR-Code-Wand ausprobieren oder die Aktiv-Spiele der neuen Nintendo Switch-Konsole testen.

Die Kinder des Horts an der Helmut-Käutner-Straße zeigten im „Aus der Praxis für die Praxis“-Teil, wie das Programmieren mit Einsteiger-Apps wie „Robot School. Programming For Kids“ und „Swift Playgrounds“ funktioniert. Aber auch der Baukasten der LittleBits-Module sowie das Aufnehmen eines Stop Motion-Films mithilfe einer Trickbox wurden live von den Kindern gezeigt.

Sabine Grünwald vom SIN präsentierte ein Kartenspiel zum Thema Geheimnisse, das sich bereits für Kindergartenkinder zum Einstieg in die Diskussion über die Fragestellungen bezüglich Privatsphäre und Datenschutz im Internet eignet. Des Weiteren stellte sie Apps zur Bestimmung von Tieren und Pflanzen sowie deren Einsatz mit Kindern vor.
Ayman Zinell-Abdin aus dem SIN zeigte die App „Die Unendliche Arcade“ und damit selbst erstellte Spiele aus dem Jugendcomputerclubs des SIN.
Sarah Riechwald aus dem SIN führte die bei Kindern und Jugendlichen sehr angesagte App „Musical.ly“ und deren Nutzung vor.

Derzeit arbeitet das SIN gemeinsam mit Oliver Hengstenberg, App-Entwickler und Geschäftsführer von Cribster, und Stephan Leuchtenberg, selbstständiger Illustrator und Gründer der Ploosh GmbH,  intensiv an der App KABU. KABU ist ein informatives Angebot für Kinder, das unterhaltsame und lehrreiche Inhalte zusammenfasst. Die Themen werden von Kindern für Kinder ausgewählt und aufbereitet. Björn Friedrich aus dem SIN präsentierte gemeinsam mit Herrn Hengstenberg und Herrn Leuchtenberg den aktuellen Stand der App und deren Inhalte. Diese wird ab Herbst 2017 für Android und iOS kostenfrei erhältlich sein. Derzeit steht die Beta-Version der App bereit – wer Interesse daran hat, sie zu testen, kann sich gerne beim SIN melden. Weitere Informationen dazu unter: https://www.studioimnetz.de/projekte/kabu/.

Anschließend nahmen die Hortkinder aus der Einrichtung an der Helmut-Käutner-Straße erneut das Podium ein und stellten eine ihrer Lieblingsapps vor: „Minecraft“. In diesem Spiel lassen sich eigene 3D-Welten, ähnlich des LEGO-Prinzips, online gemeinsam erstellen. Alternativ dazu wurde die App „Blockcraft 3D“ dargeboten.

Zum Abschluss und anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Langzeitprojekts MuLa gaben Hans-Jürgen Palme und Sonja Di Vetta einen Einblick in die vergangen zwei Jahrzehnte und schilderten anekdotenhaft, was sich inzwischen sowohl technisch als auch gesellschaftlich verändert hat.
Die Tagung richtet sich an medienpädagogische Einsteiger*innen ebenso wie an technisch versiertere Fachkräfte. Den Erfahrungshintergrund zum Austausch und zur Diskussion des Fachtages liefert das Projekt „MuLa – Multimedia-Landschaften für Kinder“, das seit 1996 in München realisiert wird.

 

Impressionen vom Fachtag 2017:

Das Programm:

09:30           Check-In
10:00           Tagungseröffnung und Grußworte
10:15            Impuls der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien
10:45            Maker-Projekte im FabLab München
11:15             Kaffeepause
11:30            FAG Medienpädagogik
12:00           Tabletkarawane konkret
12:15             App-Parcours (er)leben
12:30            Mittagspause (währenddessen: App-Stationen)
13:30            Aus der Praxis für die Praxis
14:15            Kabu – die Kinder-Info-App­
14:30           Kaffeepause
14:45           Minecraft (er)spielen (mit Kindern aus der Kita Helmut-Käutner-Straße)
15:15            20 JAHRE MULA
15:45           Fazit und Ausblick
16:00           Ende

                                                                                         

Veranstalter:

SIN-Studio im Netz e.V. und Landeshauptstadt München, Referat für Bildung und Sport, Pädagogisches Institut

Unterstützung:
Bayerische Landeszentrale für neue Medien und Fachgruppe Multimedia der GMK (Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur in Deutschland)