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Eine Frage begleitet uns bereits seit über einem Jahr, ist aktueller denn je und wird im Jahr 2026 noch intensiv diskutiert werden: Braucht es Social-Media-Verbote oder strengere Altersgrenzen für Jugendliche? Wir haben zu diesem Thema bereits im Januar 2025 eine ausführliche Einschätzung veröffentlicht, die auch heute noch Gültigkeit hat.
Die Debatte um Schutz, Teilhabe und Selbstbestimmung wird weiterhin intensiv geführt – politisch wie pädagogisch. Während manche auf gesetzliche Einschränkungen setzen, plädieren andere für eine stärkere Kompetenzförderung. Eine einfache Antwort gibt es nicht. Klar ist jedoch: Digitale Gesundheit und Achtsamkeit rücken zunehmend in den Fokus. Wie wirken sich soziale Medien oder auch Künstliche Intelligenz auf Wohlbefinden, Selbstbild und soziale Beziehungen junger Menschen aus? Welche Verantwortung tragen Plattformen, deren Algorithmen Aufmerksamkeit gezielt binden? Wenn etwa über „Autoplay macht abhängig“ diskutiert wird, zeigt sich, wie sehr Fragen nach Regulierung, Plattformverantwortung und Medienkompetenz miteinander verwoben sind.
Dazu noch zwei Hinweise:
- Eine aktuelle Stellungnahme "Nein zu pauschalen Verboten – ja zu Regulierung mit Konsequenz" hat unser Dachverband, die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) online veröffentlicht.
- Im Podcast "Aktiv gegen Mediensucht" war unser Kollege Björn Friedrich eingeladen, um die Frage nach Medienverboten und weiteren Maßnahmen zu diskutieren. Der Podcast ist bei bei Spotify, Apple Podcasts und YouTube zu finden.
2) KI in der Bildung
Gleichzeitig bewegt ein weiteres zentrales Thema die Medienpädagogik: Der Umgang mit Künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich. Und der Fokus liegt hier nicht nur auf der Schule, sondern auch auf der Kita. Chatbots, Bildgeneratoren oder automatisierte Lernsysteme sind längst Teil des Alltags. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr ob, sondern wie wir KI nutzen: Wie können wir ihre Potenziale sinnvoll einsetzen und zugleich kritisches Denken, Reflexionsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein stärken.
Medienpädagogik steht auch hier vor spannenden Aufgaben: Es geht in erster Linie nicht darum, die Anwendungen zu erklären, sondern Kompetenzen zu fördern, vom Hinterfragen algorithmischer Entscheidungen bis zum bewussten und kreativen Einsatz digitaler Tools.
Diese Fragen greifen wir in unseren aktuellen Workshops und Fortbildungen gezielt auf. In unseren Schulklassenprogrammen stärken wir insbesondere digitale Achtsamkeit, kritische Informationskompetenz und einen reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz.
Gleichzeitig nehmen wir auch Eltern wieder verstärkt in den Blick. Denn Medienerziehung gelingt am besten im Zusammenspiel von Kita, Schule und Familie. Mit Elternabenden – online oder vor Ort –, offenen Elterncafés und gemeinsamen Aktionstagen wollen wir Räume für Austausch, Orientierung und konkrete Unterstützung im Alltag schaffen.
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