SIN-Info 4/2016

Aktuelle Medien-Trends von Kindern und Jugendlichen (Mai 2016)

Würden Sie gerne wie Leonardo DiCaprio aussehen? Oder lieber wie Conchita Wurst? Wenn ja, haben wir eine Lösung, denn es gibt neue Kamera-Apps und Kommunikations-Tools, die Experimente mit visuellen Effekten oder mit musikalischen Gimmicks erlauben. Diese stehen heute im Fokus unserer SIN-Info zu Medien-Trends, mit der wir in unregelmäßigen Abständen neue Dienste und Entwicklungen vorstellen. So möchten wir Sie als Eltern und pädagogische Fachkräfte auf den neuesten Stand darüber bringen, welche Dienste derzeit von Kindern und Jugendlichen genutzt werden. Sie müssen diese Tools nicht alle selbst nutzen, aber Sie sollten zumindest wissen, was auf den Smartphones der jungen Generation passiert. Das SIN-Team wünscht eine aufschlussreiche Lektüre!

 

Jodel
Mit der App Jodel, die vor allem auf Studenten abzielt, lassen sich Postings aus der lokalen Umgebung schreiben und lesen. Dafür wird kein Profil benötigt. Die Posts beinhalten dann entweder uni-/ campus-spezifische Themen, Witze, lustige Sprüche, Bilder, Ereignisse oder Events aus der Stadt. Die Posts können je nach Belieben up- oder downgevotet sowie kommentiert werden.

 

Snapchat
Anfangs war Snapchat nur eine App, die Fotos und Videos nach 10 Sekunden wieder verschwinden lässt. Seit einiger Zeit gibt es die sogenannten „Snapchat-Stories“. Auch hier werden Fotos oder Videos veröffentlicht, allerdings lassen sich diese innerhalb von 24 Stunden beliebig oft anschauen. Das ist vor allem bei Stars oder YouTubern beliebt, die teilweise Tausende von Followern haben. Neu sind auch die „Snapchat-Lenses“, mit denen sich Filter auf das eigene Gesicht legen lassen, durch die dann beispielsweise ein Regenbogen aus dem Mund sprudelt. Mit diesen Innovationen hat Snapchat im vergangenen Jahr auch unter deutschen Jugendlichen enorme Popularität erlangt.

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MSQRD
Ähnlich wie Snapchat, bietet auch die App MSQRD (für „Maskerade“) digitale Filter, die sich via Smartphone auf das eigene Gesicht projizieren lassen. Dann sieht man beispielsweise aus wie Leonardo Di Caprio, Iron Man, wie ein Affe oder ein anderes Tier. Davon lassen sich Fotos schießen oder Videos drehen und in anderen Kanälen weiterverbreiten.

 

Fitness-Apps
Sportliche Menschen gehen im Jahre 2016 nicht mehr einfach raus und laufen eine Runde. Der ständige Begleiter ist das Smartphone, auf dem natürlich eine Fitness-App wie beispielsweise Runtastic nicht fehlen darf! Diese App verfolgt per GPS die zurückgelegte Strecke, misst dabei die Distanz, Geschwindigkeit, Zeit und auch den Kalorienverbrauch. Das Wichtigste dabei ist dann allerdings, dass die Erfolge direkt auf sozialen Netzwerken, wie Facebook und Twitter, geteilt werden können.
Eine andere App, die mit einer interaktiven Geschichte zum Laufen motiviert, ist Zombies, Run!Hier befindet man sich in einer apokalytptischen Welt, die von Zombies besiedelt ist. Um nun der Bedrohung zu entkommen, muss man vor den Untoten wegrennen, was durch die App auch mit einer passenden Soundkulisse untermalt wird. Mit jedem Lauf kann man Punkte und Gegenstände sammeln, die beim nächsten Mal helfen.

 

Agar.io / slither.io
Zwei Spiele mit dem gleichen Prinzip: Die Spieler starten in Agar.io als kleiner Ball – oder bei Slither.io als Schlange – und versuchen, durch das Fressen von Futter, das auf dem Spielfeld verteilt liegt, zu wachsen. Dabei sind auf dem Spielfeld noch andere Spieler mit ihren Bällen bzw. Schlangen unterwegs, die ebenfalls wachsen wollen. Ab einer bestimmten Größe ist es dann auch möglich, die Figuren der kleineren Spieler aufzufressen, damit die eigene Figur größer wird. Vor Größeren sollte man stattdessen schnell weglaufen. Dabei ist immer zu beachten, dass kleine Figuren gegenüber größeren den Vorteil haben, sich schneller auf dem Feld bewegen zu können.

 

Face SwapIMG_1384[1]
Ein weiteres sehr beliebtes Feature ist der Face Swap, also Gesichter-Tausch – eine Funktion, die auch die beiden oben genannten Apps Snapchat und MSQRD anbieten. Dabei erfasst die Kamera zwei Gesichter im Bild und vertauscht sie miteinander. So bekommt Person A das Gesicht von Person B und umgekehrt. Ein Face Swap ist aber nicht nur bei Menschen möglich, sondern auch das Haustier oder eine Comicfigur eignen sich gut für einen Gesichter-Tausch. Es ist ein einfaches Prinzip, das immer ein lustiges Ergebnis erzielt.

 

musical.ly
Mit der App musical.ly ist es möglich, Videos von sich aufzunehmen und sie dann mit Songtiteln zu untermalen. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten, um Situationen mit gewissen Musiktiteln spannender, lustiger oder auch interessanter zu gestalten. Die Videos lassen sich dann auf Facebook oder Instagram veröffentlichen.

 

Musik-Streaming
Noch vor wenigen Jahren mussten wir bei pädagogischen Projekten viel über (illegale) Download-Portale aufkläre. Durch die Verbreitung von Streaming-Portalen hat sich diese Problematik mittlerweile stark verringert, denn diese Dienste ermöglichen das Ansehen von Filmen oder das Anhören von Musik am Rechner wie auch am Smartphone. Innerhalb der jeweiligen Anbieter gibt es unterschiedliche Preismodelle: Im Standardpaket von Musikdiensten wie Spotify und Deezer lassen sich kostenlos unterschiedliche Musikstücke anhören, die durch Werbeeinspielungen finanziert werden. Im Abo-Modus kann man gegen eine monatliche Gebühr diese Musikstücke herunterladen und auch unterwegs ohne Internetnutzung anhören.