SIN-Info 6/2013

Aktuelle Trends von Kindern und Jugendlichen

Foto von kirsche, jugendfotos.de, CC-BY-ND 3.0

Welcher dieser vier Begriffe ist kein Online-Dienst: Pinterest, Vine, 6Apps oder 9Gag? Wenn Sie die Lösung nicht spontan wissen, dann sollten Sie weiterlesen.

Bereits im Juni diesen Jahres hatten wir in einer SIN-Info aktuelle Trends der jungen Generation beleuchtet (online hier nachzulesen). Diese Informationen stießen auf großes Interesse, so dass wir Ihnen heute einen zweiten Trend-Bericht präsentieren.

Die hier vorgestellten Angebote sind jedoch nicht zwangsläufig „pädagogisch empfehlenswert“, sondern einfach angesagt. Medienpädagogische Empfehlungen prämieren wir alljährlich mit dem Pädagogischen Interaktiv-Preis „Pädi„, der am 12.11.2013 vergeben wird. Wir werden Sie anschließend über die Auszeichnungen dieses Jahres informieren, heute werfen wir ein paar Schlaglichter auf angesagte Dienste:

Ask.fm

Anonymität und die Grenzen von Informationspreisgabe gehören zu den größten Reizen des Online-Portals Ask.fm, das sich rund um Fragen und ihre Beantwortung dreht. Fragen können inkognito gestellt, müssen aber nicht zwingend beantwortet werden. Der User entscheidet damit zwar frei, welche Informationen er teilt, Zugang zu gegebenen Antworten hat aber prinzipiell die Weltöffentlichkeit. Die Gefahr liegt auf der Hand: Anonym lässt es sich leicht Dinge sagen, die von Angesicht zu Angesicht schwerer auszusprechen sind. Die Anfälligkeit für Cyber-Mobbing liegt auf der Hand und zwar so stark, dass es in Folge bereits zu gravierenden Vorfällen gekommen ist.

Vine

Man nehme ein Pfund Instagram, je einen Schuss Twitter und Facebook und eine Prise YouTube und vermenge das Ganze kräftig – und man erhält: Vine. Die kostenlose App für iOS und Android verbindet Elemente der Social-Media-Giganten, indem sie ihren Nutzern ermöglicht, kurze Videoclips mit einer maximalen Länge von 6 Sekunden auf diversen Plattformen zu teilen. Durch die Option Endlosschleife erhalten die Ergebnisse oft GIF-Charakter. Der rasanten Etablierung des Dienstes stellt sich jetzt allerdings die ähnliche Videofunktion von Instagram entgegen.

Candy Crush Saga

3-gewinnt-Spiele gibt es wie Sand am Meer – am Bekanntesten ist der Klassiker Bejeweled. Auch Candy Crush Saga gehört zu ihnen, das Prinzip ist also grundsätzlich nicht neu. Anstatt Kugeln oder Edelsteinen werden hier Bonbons und Süßigkeiten untereinander kombiniert. Das über Facebook sowie auf iOS- und Android-Geräten spielbare Game begeistert seine weltweit über 40 Millionen Nutzer/innen mit der ansprechenden Grafik, einer unterhaltsame Storyline, den vielen verschiedenen Hindernistypen und besonderen Bonbonkombinationen.

Pinterest

Interessen teilen, mit dem eigenen Image spielen, sich selbst definieren: das ermöglicht Pinterest. Der Name leitet sich von den englischen Worten pin (anheften) und interest (Interesse) ab. Auf virtuellen Pinnwänden können die Nutzer ihre Vorlieben zu beliebigen Themen in Form von Bildern teilen oder sich von anderen Usern inspirieren lassen. Beliebt sind zum Beispiel Highlights aus Mode, Architektur, Design oder Kunst, aber auch Rezepte, Zitate und Do-It-Yourself-Ideen.

9GAG.com

Neun untereinander angeordnete Gags (Witze) wurden ursprünglich auf jeder Seite der Website 9GAG.com angezeigt, daher der Titel. Die Unterhaltungsseite lebt von den zahlreichen Beiträgen, die die User hochladen können. Meist werden mithilfe sogenannter Memes lustige Situationen aus dem Alltag dargestellt oder Internet-Phänomene und aktuelle Themen aus der Politik parodiert. Bilder von Mimik und Gestik verschiedener, teils berühmter Persönlichkeiten dienen zur Veranschaulichung der damit verbundenen Emotionen. Da häufig die gleichen Bilder und oft auch Referenzen aus der aktuellen Popkultur verwendet werden, entwickelt sich ein großer Wiedererkennungswert. Über Facebook-Accounts ist es zudem möglich, die Gags zu kommentieren.

Crowdfunding-Plattformen

Neue Möglichkeiten zur Finanzierung von privaten Projekten liefern Plattformen wie Kickstarter (USA) oder Startnext (Deutschland), die sog. „Crowdfunding“ (Schwarmfinanzierung) ermöglichen. Anstatt lange auf ein ausreichendes Eigenkapital sparen zu müssen, bieten solche Communities kostenlosen Platz für Werbe- und Finanzierungskampagnen, um Geld von interessierten Unterstützer/innen einzusammeln. Wichtig ist, dass das Fundraising nach dem Prinzip „Alles oder Nichts“ läuft: Falls also in einem bestimmten Zeitraum nicht genug Spenden zusammen kommen, verfallen bisherige Beträge und der Projektleiter geht leer aus. Um dies zu verhindern, können kleine Werbegeschenke wie T-Shirts oder Sticker als Gegenleistung zu einer Spende angeboten werden. Häufig werden Projektideen wie Bücher, Filme, Musikalben, Spiele und Technikgadgets auf den Webseiten gefördert.

Google Glass

Mit Google Glass erschafft Google eine neue Generation von Miniaturcomputern, wie sie es zuvor noch nicht gegeben hat. An einem Brillengestell befestigt erlaubt das Gerät unter anderem (Video-)Anrufe zu tätigen, SMS zu versenden, Foto- und Videoaufnahmen zu machen und diese unmittelbar in sozialen Netzwerken zu teilen oder unterwegs jegliche Art von Informationen abzurufen. Die Steuerung funktioniert über Gesprochenes, Blicke und Bewegungen. Die Ergebnisse werden visuell im Sichtfeld eingeblendet und auditiv über sogenannte Knochenleitungslautsprecher und damit für die Umgebung unhörbar wiedergegeben. Datenschützer sehen in dem Projekt aufgrund der Datenlagerung bei Google großes Gefahrenpotenzial für die Privatsphäre der User. Für den Verbraucher wird das Produkt voraussichtlich Anfang 2014 verfügbar sein.