Mediencamp Tutzing

Rückblick auf die erste Jugendtagung bayerischer Medienscouts

Die erste landesweite Jugendtagung für Medienscouts aus Bayern war ein voller Erfolg: 80 Teilnehmende aus 19 Schulen kamen am Starnberger See zusammen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für ihre Arbeit als Medienexpert/innen mitzunehmen.
Das „Mediencamp Tutzing“ fand am 6. und 7. Oktober 2016 als Kooperationsveranstaltung der Akademie für Politische Bildung Tutzing und des SIN – Studio im Netz statt.

Das Konzept von Medienscout-Projekten liegt derzeit bundesweit im Trend: Schülergruppen werden zu  Expert/innen für Fragestellungen rund um Medien ausgebildet, um ihr Wissen im peer-to-peer-Verfahren an gleichaltrige und jüngere Schüler/innen weitergeben. Das Studio im Netz ist seit 2013 an der Ausbildung diverser Medienscout-Gruppen in Bayern beteiligt. Um die verschiedenen Konzepte im Freistaat zusammenzuführen und einen Austausch zu ermöglichen, wurden die jugendlichen Scouts und ihre betreuenden Lehrkräfte zum Mediencamp Tutzing eingeladen.

Die zweitägige Tagung bot den Teilnehmenden ein buntes Programm mit Vorträgen, Workshops, einem kurzen Barcamp und Anregungen zum kreativen Medieneinsatz:

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Jürgen Ertelt (IJAB e.V., Projektkoordinator von „jugend.beteiligen.jetzt“) legte im Einführungsvortrag den Fokus auf die Partizipation von Jugendlichen. Er betonte, wie wichtig es sei, dass sie sich verstärkt informieren und engagieren, um aktiv an der digital geprägten Gesellschaft teilzuhaben und die öffentliche Entscheidungsfindung mit zu gestalten. Er zeigte auch, welche Vorteile dabei der Einsatz von digitalen Medien hat, verwies auf mögliche Probleme und gewährte einen kurzen Ausblick in die Zukunft. (Zur Präsentation)

Die Veröffentlichung von Fotos und Videos im Internet ist rechtlich betrachtet gar nicht so einfach! Die Rechtsanwältin Annalivia Becker von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien klärte über die rechtlichen Grenzen bei der Verwendung von Fotos und Videos im Netz auf. Sie zeigte, welche Möglichkeiten und Einschränkungen das Urheberrecht sowie das Recht am eigenen Bild mit sich bringen und was man bei „Creative Commons“ zu beachten hat.

Der Journalist Richard Gutjahr sprach über den aktuellen Umbruch in der Medienbranche. Er veranschaulichte, in welchen Bereichen sich die reale und die mediale Welt ergänzen, und erläuterte, warum sie sich nicht mehr voneinander trennen lassen. Gutjahr stellte auch die gewichtige Rolle der Medienkonzerne bei diesen Entwicklungen dar und beschrieb, welche Neuerungen unsere Zukunft stark verändern und prägen werden. Abschließend verriet er seine zehn „Überlebenstipps“ für die digitalisierte Welt. (Zur Präsentation)

In praxisorientierten Workshops konnten sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Themen aktiv auseinandersetzen: Es gab u.a. einen Crashkurs Flyergestaltung, Einblicke in Präsentationsmöglichkeiten, einen Workshop zu Smartphone-Rallyes und eine kritische Auseinandersetzung mit Hate Speech. (Hier finden sich Materialien und Handouts aus den Workshops.)

In einem kurzen Barcamp setzten die Jugendlichen ihre eigenen Themen: Hier tauschten sie sich vor allem über ihre Erfahrungen als Medienscouts, über häufige Probleme und ihre Lösungsansätze sowie über ihre derzeitigen Projektschwerpunkte aus. (Die Barcamp-Sessions sind hier dokumentiert.)

Im Abendprogramm wurden in der „Creative Media Lounge“ unterschiedliche Möglichkeiten erprobt, um kreativ mit Medien zu arbeiten: Die Jugendlichen zeichneten Outlines, generierten Gifs und Memes, experimentierten mit Lightpainting und SnapArt oder präsentierten Live-Performances auf der „Muser-Stage“.

Die teilnehmenden Lehrkräfte nutzten parallel die Möglichkeit zu einem fachlichen Austausch über die Herausforderungen und Möglichkeiten, die die Medienscout-Projekte vor Ort mit sich bringen.

Die zwei intensiven Veranstaltungstage wurden von allen Teilnehmenden und Referierenden sehr positiv bewertet. Die jugendlichen Medienscouts konnten viele neue Impulse für ihre Arbeit vor Ort mit nach Hause nehmen, und für die Organisatoren und Kooperationspartner steht fest, dass das erste bayerische Medienscout-Treffen nicht das letzte gewesen sein soll.

 

Materialien und Impressionen

Sämtliche Präsentationen und Handouts der Tagung sind auf dieser Seite zu finden.

Der komplette Programmablauf ist hier zu finden und steht als PDF zum Download verfügbar.

Das Mediencamp Tutzing war eine Veranstaltung von

mit freundlicher Unterstützung durch

Trailer


(produziert von Medienscouts des Louise-Schröder-Gymnasiums München)