Gautinger Internettreffen

Das Gautinger Internettreffen ist eine jährlich stattfindende Fachtagung, die im Jahr 2000 vom Institut für Jugendarbeit und dem SIN – Studio im Netz initiiert wurde. Die Tagung wendet sich sowohl an medienpädagogische Fachkräfte, als auch an Sozialpädagog_innen, die mit Kindern und Jugendlichen  Medienangebote durchführen. Sie ist zudem als Fortbildung für Lehrkräfte anerkannt.

 

Gautinger-Internettreffen

18. Gautinger Internettreffen am 21./22. März 2017:

Die neue Vermessung der Welt.
Digitale Selbstverteidigung oder Feudalismus 3.0?

 

Jedes Jahr verdoppelt sich die Menge an Daten, die wir produzieren, im Klartext: alleine 2016 kommen so viele Daten hinzu wie in der Menschheitsgeschichte bis dahin. Aus der Datenmenge lässt sich berechnen, was wir kaufen, wie wir uns fühlen, was uns interessiert und was wir tun. Mit der Vernetzung dieser Daten mit dem Internet der Dinge stellt sich die Frage, wie Produktion und Nutzung der Daten demokratisch gestaltet werden können.

Scheinbar ganz harmlos und mit subjektiven Nutzen verbunden schleicht sich die programmierte Gesellschaft in unser Leben: Suchmaschinen und Plattformen geben uns personalisierte Vorschläge zu Produkten, Dienstleistungen und Informationen. Mag der Einzelne sich noch freuen, dass er weniger Zeit benötigt, sich die entsprechenden Informationen zu beschaffen oder Waren zu kaufen, so entsteht auf der anderen Seite ein Profil eines jeden Menschen, sei es als Bürger, sei es als Käufer. Der subjektive Nutzen kann schließlich dazu führen, dass man sich nur noch in seiner „filter bubble“ aufhält, in einer unsichtbar verzerrten Weltsicht, wo jeder User zur selben Suchanfrage andere Ergebnisse erhält. Man sucht sich seine Gleichgesinnten, die die eigene Sicht teilen und wird uninteressiert an anderen Meinungen. Eine Verständigung jenseits der eigenen Blase wird schwieriger; die Polarisierung vieler Gesellschaften in zwei politische Lager, die nicht mehr zu Kompromissen fähig scheinen, unausweichliche Folge. Der gelenkte Bürger, von einem „fürsorglichen“ Staat geschützt, stellt keine ferne Utopie mehr dar.

Zugespitzt geht es um nichts anderes als um die Frage: digitale Demokratie oder digitale Diktatur? Big Data, lernende Roboter und Algorithmen werden unsere Zukunft prägen. Nun geht es um die digitale Selbstverteidigung (Yvonne Hofstetter) bzw. darum, dass die Menschen zur informationellen Selbstbestimmung befähigt werden. Dies wird eine wesentliche Aufgabe der Medienbildung wie der Bildung insgesamt in Zukunft darstellen.

Diesem Thema wird sich das 18. Gautinger Internettreffen stellen, wie gewohnt mit einem Mix aus Vorträgen, Praxisbeispielen und Workshops. Der genaue Programmablauf wird im Dezember auf dieser Seite veröffentlicht. Der Eröffnungsvortrag wird gehalten von Frau Yvonne Hofstetter.

 

Veranstalter: Das 18. Internettreffen ist eine Kooperationsveranstaltung der Bundeszentrale für Politische Bildung/bpb, dem SIN – Studio im Netz, dem Referat für Bildung und Sport der LH München/Pädagogisches Institut und dem Institut für Jugendarbeit des BJR.

Beitrag: 135 Euro (143 Euro mit EZ-Garantie)

Veranstaltungsort: Institut für Jugendarbeit des BJR, Germeringer Str. 30, 82131 Gauting (Anfahrt)

Zum Anmeldeformular

 

Als Vorprogramm findet am Montag, 20. März 2017 eine Veranstaltung für pädagogische Fachkräfte statt: „Die bunte Welt der Apps: Pädagogik meets Publisher“. Detaillierte Informationen dazu folgen in Kürze.

 

Das Internettreffen im Social Web

Weitere Informationen zu unserer Tagung finden Sie auch hier:

 

Archiv

17. Internettreffen am 15./16. März 2016: „spread the word!“ Aktive Teilhabe an der digitalen Gesellschaft

16. Internettreffen am 17./18. März 2015: Ein Netz für alle. Potentiale einer inklusiven Medienbildung

15. Internettreffen am 25./26. März 2014: Internet – das Lebensnetz: Bildung. Identität. Politik.

14. Internettreffen am 19./20. März 2013: Immer. Überall. Alles. Produzieren im Netz

Themen aller Tagungen seit 2000